Rütter bezieht Stellung in der Schuldebatte

Daniel Rtter ausschnitt

FDP-Vorsitzender Rütter bezieht Stellung

Kleve. Die Klever FDP-Fraktionsvorsitzende Daniel Rütter sortiert die neuen Vorschläge der Koalitionspartner CDU und Bündnis 90/Die Grünen zum Thema Schullandschaft in der Kreisstadt (die RP berichtet) in die Rubrik „unausgewogener Schnellschuss“ ein. Mit diesen Plänen, so die Liberalen, würde die nächste Runde im Klever Schulroulette eingeläutet, da zahlreiche Bildungseinrichtungen an andere Standorte umziehen müssten. Nach Ansicht des CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Jörg Cosar brächte eine Lösung der Schulfragen den Eltern Sicherheit. „Sicherheit hatten die Eltern bisher auch. Wir haben im Rat bereits fraktionsübergreifend einen Schulentwicklungsplan verabschiedet. Plötzlich wird dieser komplett über den Haufen geworfen. Das zeugt nicht von weitsichtiger Planung und vorallem Verlässlichkeit!“, sagt FDP-Fraktionschef Daniel Rütter (35). Der Liberale kritisiert nicht nur die Inhalte der Vorschläge, sondern auch die beabsichtigte Vorgehensweise bei einer Umsetzung.

Zu der Vorstellung, eine sechszügige Gesamtschule in die Rinderner Wilhelm-Frede-Schule unterzubringen, merkt Rütter an: „Das Gebäude war bereits zu klein, als man überlegte, 700 Adenauer-Schüler dort zu unterrichten. Wie soll da eine erheblich größere Gesamtschule ausreichend Platz haben? Eine Erweiterung des Standortes mit zusätzlichen Gebäudes dürfte zahlreiche Probleme mit sich bringen, da der Korridor vom Amphitheater bis zur Wasserburg unter Denkmalschutz steht.“

Nach Vorstellungen von CDU und Grünen soll das Konrad-Adenauer-Gymnasium (KAG) abgerissen und an der Lindenstraße in Kellen neben der Karl-Kisters-Realschule neu gebaut werden. „Man ist nicht im Besitz des Grundstücks und plant bereits neue Gebäude darauf. Diese Reihenfolge halte ich hinsichtlich des Erwerbs für äußerst ungünstig“, merkt der Liberale hierzu an.

Das in Kellen energetisch auf jeden Fall etwas getan werden müsse, sei unstrittig, so Rütter, der erklärt, es stünden dort Werte, die man nicht leichtfertig aufgeben sollte. Daniel Rütter erscheinen die veranschlagten Sanierungskosten für das KAG (bis zwölf Millionen Euro) und das Gebäude der ehemaligen Johanna-Sebus-Schule (18 Millionen Euro, inklusive neuer Turnhalle) allerdings recht hoch angesetzt. Hier müsse dem Rat auf jeden Fall eine detailiertere Prüfung vor einer Entscheidung vorgelegt werden. 

An beiden Standorten gäbe es schließlich sehr gut ausgestattete Räume für die naturwissenschaftlichen Fächer, ansprechende Veranstaltungsmöglichkeiten, regelmäßig genutzte Turnhallen, sowie ausreichend vorhandene Entwicklungsmöglichkeiten. Die Aufgabe des Sebus-Gebäudes sieht Rütter zudem auch aufgrund der Erreichbarkeit für die Schulkinder kritisch. "Der Großteil der Klever Kinder kommt nunmal aus Materborn, Reichswalde und der Oberstadt und deren Schulweg würde sich durch eine Verlagerung der Gesamtschule nach Rindern erheblich verschlechtern.", meint Rütter

Peter Janssen (Rheinische Post vom 5.9.2014)

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